Live-Online Fortbildung Mediation 

Nach der Verordnung über die Aus- und Fortbildung von Zertifizierten Mediatoren (ZMediatAusbV) sind alle Mediatoren, die den Titel "Zertifizierter Mediator*inn" tragen bzw. weiterhin tragen wollen, nach § 3 der Verordnung verpflichtet, sich alle 4 Jahre in einem Umfang von insgesamt 40 Zeitstunden fortzubilden. Sämtliche Zertifizierte Mediatoren, die noch unter die Altregelung des § 7 der ZMediatAusbV fallen, also ihren Abschluss bereits vor 2012 erworben haben, haben damit nur noch bis zum 31.08.2021 Zeit, ihre 40-Stunden-Fortbildung nachzuweisen. Bei allen Zertifizierten Mediatoren, die Ihren Abschluss nach Inkrafttreten der Verordnung erworben haben, beginnt die 4-Jahres-Frist in dem Moment, in dem erst einmal alle Voraussetzungen für sie Selbstzertifizierung vorlagen, also 120 Stunden Ausbildung + Supervisionen. 

Im folgenden werden regelmäßig Fortbildungen zur Erfüllung dieser Fortbildungspflicht angeboten. 

Umfang

Ein Webinar Dauer jeweils 5 Zeitstunden. Nach 2,5 Stunden gibt es 20 Minuten Pause, so dass eine Gesamtzeit von 5 Stunden und 20 Minuten einzuplanen ist. 

Teilnehmer

Die Webinare werden in Kleingruppen mit 5-15 Teilnehmern durchgeführt, so dass jeder Teilnehmer auch die Chance hat, sich selbst mit einzubringen. 

Kosten

Die Kosten für eine 5-stündige Fortbildung betragen 250,- €. Darin enthalten sind Live-Unterricht mit Unterstützung von Präsentationen, ggfs. Audio- und Videomaterial, ein ausführliches Skript, Fragemöglichkeiten und Austauschmöglichkeiten untereinander. Selbstverständlich erhält jeder Teilnehmer*inn eine Teilnahmebescheinigung. 

Voraussetzungen

Sie sind (Zertifizierter) Mediator*inn und haben somit mindestens Grundkenntnisse von Mediation, kennen das Verfahren und haben vielleicht auch die eine oder andere Mediation /Co-Mediation bereits selbst durchgeführt. Daneben benötigen Sie einen internetfähigen PC und - ganz oldscool - Papier und Stift. Das Webinar wird durchgeführt mit Hilfe der Konferenzsoftware Zoom. 

Anmeldung

Eine Anmeldung erfolgt per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! jeweils bis eine Woche vor dem Seminar. Nach der Anmeldung erhalten Sie die Rechnung, welche Sie dann bitte im Voraus begleichen. Nach Geldeingang erhalten Sie den Zugangslink und das zugehörige Passwort sowie das Skript zum Seminar. Ca. 30 Minuten vor Seminarbeginn wird der virtuelle Seminarraum geöffnet, so dass Sie bereits im Vorfeld die Möglichkeit haben, sich untereinander auszutauschen. 

Folgende Seminare stehen derzeit zur Verfügung:

Webinare im Einzelnen

Die Webinare bauen nicht aufeinander auf und können daher völlig unabhängig voneinander gebucht werden. Im Laufe der Zeit werden weitere Webinarthemen folgen. 

Seminar 1: Intensivtraining Phase II (Themensammlung)

In der Phase II geht es darum, für und mit den Medianten eine Themensammlung zu erarbeiten. Dieser Schritt klingt erst einmal relativ einfach, tatsächlich kann man als Mediator aber bereits in dieser Phase einige folgenschwere Fehler machen, die sich dann quasi durch das komplette Verfahren hindurchziehen können und schlimmstenfalls einer guten Lösung im Wege stehen. In diesem Webinar lernen Sie zunächst, im Vorfeld der Mediation eigene Überlegungen zu den möglichen streitigen Punkten anzustellen (Hypothesenbildung). Sie lernen, dass es manchmal eine logische Reihenfolge der Themen gibt. Sie können z.B. bei einer Scheidungsmediation nicht über eine Besuchsregelung sprechen, bevor Sie nicht darüber gesprochen haben, bei wem die Kinder überhaupt leben werden. Der Schwerpunkt des Webinars liegt dann darin, die genannten Themen so umzuformulieren, dass sie positiv und ergebnisoffen sind, die Medianten sich aber auch mit ihren Themen darin wieder finden. Das ist manchmal eine schwierige Gratwanderung. Anhand einer Vielzahl akustischer Beispiele können Sie üben, üben, üben und noch mehr üben. 

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Seminar 2: Intensivtraining Phase III (Interessenfindung)

Phase III ist sicherlich die anspruchsvollste aber gleichzeitig auch die wichtigste Phase der Mediation. Wird diese Phase nicht hinreichend abgearbeitet, so besteht immer die Gefahr, dass eine komplette Mediation daran scheitern könnte. Viele Mediatoren sind in dieser Phase unsicher, wie tief sie graben dürfen ohne die Grenzen zur Therapie zu überschreiten, wie viel sie "übersetzen" sollten. Sie entwickeln ein Gefühl dafür, wann alles entscheidende gesagt ist und nur noch einmal in eigenen Worten wiederholt zu werden braucht. In diesem Webinar lernen Sie zunächst, wie Sie die Phase III gründlich vorbereiten können. Sie stellen hypothetische Überlegungen zu den Gefühlen und Bedürfnissen an (Hypothesenbildung). Der Kern des Seminars ist es dann, anhand einer einer Vielzahl von Tonbeispielen, die Phase III so lange zu üben, bis Sie die Formulierungen im Schlaf können. 

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Seminar 3: Das Enneagramm in der Mediation nutzen

Kennen Sie das Enneagramm? Im Ursprung handelt es sich dabei um ein mystisches Symbol, welches als Modell der Typenlehre zur Beschreibung verschiedener Persönlichkeitsstrukturen verwandt wird. Mittlerweile hat sich die moderne Kommunikationspsychologie dieses Modell zu eigen gemacht und wendet es in unterschiedlichsten Formen in Coachingverfahren an. Auch in der Mediation können Sie sich dieses unglaublich faszinierende Modell der Persönlichkeitsstrukturen zunutze machen. In diesem Webinar lernen Sie das Modell des Enneagramm kennen, erhalten den umfassenden Selbsttest zur Analyse Ihrer eigenen Persönlichkeitsstruktur und lernen, wie man sich das Modell in der Mediation sehr hilfreich nutzbar machen kann. Tauchen Sie mit mir in unsere mystische Vorzeit ein um damit ein modernes Verfahren unglaublich zu bereichern.  

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Seminar 4: Rechtliche Grundlagen für Mediatoren

Sie sind Mediator*inn aber kein Jurist? Dann sind Sie hier genau richtig. Auch wenn wir grundsätzlich davon ausgehen, dass eine Mediation in vielen Fällen gerade ein gerichtliches Verfahren ersetzen bzw. ausschließen soll, so gibt es doch auch in der Mediation eine Vielzahl rechtlicher Aspekte die Sie kennen sollten. Zunächst einmal gibt es das Recht der Mediation, also das Mediationsgesetz und das zugehörige ZMediatAusbV. Diese Gesetze sollten Sie als Mediator*inn kennen und auslegen können. Ergänzt werden diese Gesetze aber auch noch von dem Beratungsgesetz oder dem BGB. 

Dazu kommt das Recht in der Mediation. Geht es in einem Verfahren um einen grundsätzlich justiziablen Konflikt, so sind evtl. einige rechtliche Grundlagen zu beachten, die Sie kennen sollten. Auch wenn Sie als Nicht-Jurist grundsätzlich nicht rechtlich beraten dürfen, so sollten Sie doch gewisse rechtliche Grundlagen und Abläufe kennen, um Ihre Medianten an entscheidenden Stellen darauf hinweisen zu können und diese ggf. in die professionelle Rechtsberatung schicken zu können. Sie sollen also nicht zum Juristen werden, sondern Sie sollen ein Problembewusstsein erleben, juristische Fallstricke zu erkennen. 

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